Schule an der ALTENAU beteiligt sich aktiv am Artenschutz der Gemeinde Borchen

Haselmauskobel anbringen

Haselmausbestand im Schulwald Ritterholz wird systematisch erfasst

2017 wurde sie von der Deutschen Wildtierstiftung offiziell zum Tier des Jahres gewählt: die Haselmaus. Der Artenbestand dieser kleinen Bilche gilt als gefährdet. Dementsprechend ist die Haselmaus besonders streng geschützt. Aktuell hat die untere Landschaftsbehörde des Kreises Paderborn eine Erhebung gestartet um den Bestand dieser Nagetiere auf dem gesamten Kreisgebiet zu ermitteln. Die Schule an der ALTENAU ist daran beteiligt.

Die Haselmaus zählt wie z. B. auch der Siebenschläfer zur Familie der Bilche. Das nachtaktive Nagetier kann bis zu 40 Gramm schwer werden und erreicht dabei eine Länge von ca. 15 Zentimetern, wobei allein der Schwanz eine Länge von fast 7 Zentimetern einnehmen kann. Das Tier ähnelt einer Maus, hat jedoch ein gelb- oder rotbräunliches Fell. An Brust und Kehle befindet sich jeweils ein weißer Fleck. In freier Wildbahn erreicht die Haselmaus ein Alter von maximal vier Jahren.

Die Haselmaus ist in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der EU als besonders schützenswerte Art aufgelistet und gilt dementsprechend laut Bundesnaturschutzgesetz als streng geschütztes Tier. Durch die Zersiedelung und Zerstückelung der offenen Landschaft als natürlicher Lebensraum der Haselmaus ist davon auszugehen, dass ihr Bestand fortlaufend zurückgeht.  So ist in vergleichbaren Lebensräumen in England und Wales der Haselmausbestand seit dem Jahr 2000 um ein Drittel zurückgegangen.

Für Deutschland fehlen aktuell verlässliche Zahlen zur Verbreitung der Haselmaus. Aus diesem Grund beteiligt sich auch die untere Landschaftsbehörde des Kreises Paderborn an einer ersten Erfassung des Haselmausbestandes. Dazu werden in einem ersten Schritt künstlich aus Holz angefertigte Haselmauskobel im gesamten Kreisgebiet an sorgfältig ausgewählten Standorten fachgerecht ausgebracht. Geeignet sind dafür strukturreiche Gehölze insbesondere in Waldrandlage. Ein hoher Anteil von Früchten wie z. B. Brombeeren und Himbeeren oder auch Nüsse sind dabei von Vorteil.

Haselmauskobel anbringen

Felix Flottmeier und Jan-Kari Huber aus der Ranger AG bringen einen Haselmauskobel an einer Eiche an

So wurde durch die Kooperation mit dem Regionalforstamt Hochstift auch der Schulwald Ritterholz der Schule an der ALTENAU für die Bestandserfassung der Haselmaus ausgewählt. Die Schülerinnen und Schüler der Ranger-AG der Jahrgangsstufen 5 -7 haben in mehrwöchiger Arbeit ihren Schulwald auf mögliche Standorte für die Haselmauskobel untersucht,  den Pflanzenbestand der jeweiligen Biotope auf eine aussichtreiche Eignung hin überprüft und schließlich eine erste Kartierung vorgenommen. Nach dieser eingehenden Prüfung konnten schließlich sechs Haselmauskobel sachgerecht an verschiedenen Bäumen aufgehängt werden.

 

 

Eine erste Kontrolle der Kobel wird im kommenden Winterhalbjahr durchgeführt. Zwischen Oktober und Februar werden die Altenau-Ranger unterwegs sein und die Kobel auf Spuren der Haselmaus untersuchen. Da Haselmäuse im Gegensatz zu anderen Nagern nur festgewebte Nester in Kugelform bauen, wird die vorgefundene Nestbauform dann erste sichere Hinweise auf den Haselmausbestand im Schulwald geben. Außerdem wird der charakteristische Kot eindeutige Hinweise auf eine Nutzung der Kobel durch Haselmäuse liefern.

Haselmauskobel anbringen

Ranger Carsten Wietfeld erklärt den Schülerinnen und Schülern der Ranger AG das fachgerechte Anbringen der Haselmauskobel

 

 

Unterstützt wird die Ranger AG der Schule an der ALTENAU bei ihrem Haselmausmonitoring von Carsten Wietfeld, der als Ranger des Landesbetriebes Wald und Holz im Naturschutzzentrum Steinbeke Dienst tut.